Sendezeiten für das Internet? #2

Da hat es eine interessante Entwicklung gegeben.
Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (siehe auch diesen Beitrag) wurde in NRW gekippt! Vermutlich nicht, weil sie die Verantwortlichen dort die Fehler darin eingesehen hätten, sondern aus politischem Kalkül, da dort eine Minderheitsregierung herrscht und jede Partei sich gerne für die nächsten Wahlen auch bundesweit Sympathien einheimsen will, aber immerhin! Wie sagt man so schön: einem geschenkten Gaul schaut man nicht hinter die Kiemen. *Scherz*

Gleichzeitig lastet nun aber der Druck auf der Netzgemeinde, eine alternative und vorallem bessere Lösung auf den Tisch zu bringen. Dieser Verantwortung will ich gerne nachkommen und hiermit meine Überlegungen zu dem Thema bekanntgeben:

Terrorismus ist unsichtbar

Schweden hat wirklich Glück gehabt. Es ist nur ein Teil des eingesetzten Sprengstoffes explodiert und das wohl auch ungezielt. Einzig der Attentäter kam ums Leben, nur zwei Menschen wurden verletzt.

Dieser Anschlag zeigt mal wieder, dass eine Suche nach den "auffälligen" Terroristen im Taliban-Kostüm bescheuert ist.
Seit der Aushebung der "Sauerlandzelle" dürfte eigentlich klar sein, dass weiter geforderte Befugnisse für die Polizei unnötig sind.

PISA Studie: Was in der Schule wirklich schief läuft

Deuschland - Land der Dichter und Denker. Das war offensichtlich einmal. Von unserer einstigen Vorreiterrolle in der Bildung (man erinnere sich: Preußen führte schon 1717 die Schulpflicht ein) ist nicht viel übrig geblieben. 9 Jahre sind seit der erstern PISA-Studie vergangen, getan hat sich nicht viel: Es gibt keinen Grund die minimalen Fortschritte als Erfolge zu feiern, solange einige grundlegende Probleme nicht gelöst werden! Wir liegen in den meisten Disziplinen immer noch im Mittelfeld und gerade beim Lesen hat Deutschland fast schon peinlich schlecht abgeschnitten.

Aber wie kommt es denn dazu? Ich habe da drei Punkte ausfindig gemacht, die meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung finden. Punkte, die sich mit Forderungen nach Geld allein nicht aus der Welt schaffen lassen.

Quo Vadis Wikileaks?

Zur Zeit tobt ein richtiger Krieg im Internet. Auf der einen Seite die einflussreiche US-Regierung, die ihre Macht dazu missbraucht, Banken, Unternehmen und die Landeseigene Presse gegen Wikileaks aufzuhetzen. Auf der anderen Seite stehen Gruppen wie "Anonymous", die dieselben Banken, Unternehmen und Medien mit DDoS-Attacken zu bestrafen versuchen.

Der Sinn dieser Attacken kann nur darin liegen, die Masse von Wikileaks-Sympathisanten und deren gemeinsame Macht zu demonstrieren. Dies wurde mit Erfolg getan. Einen langfristigen Effekt wird man so aber nicht erreichen. Man sollte das Schwert des Zorn's der "Generation Internet" nicht unnötig stumpf schlagen, denn die betroffenen Unternehmen werden nun ihre Server gegen solche Attacken schützen. Jenen Unternehmen ist das nicht einmal vorzuwerfen. Ich behaupte, dass diese sich keinesfalls die Rolle ausgesucht haben, sich zum politischen Spielball zwischen Anonymous und der USA zu machen.

Jetzt ist es Zeit für konstruktivere Maßnahmen:

Hintergrund.de - Wie man sich einen Terroristen baut

Offensichtlich herrscht in den USA eine Knappheit an echten Terroristen:

http://www.hintergrund.de/201012021268/globales/terrorismus/das-fbi-vere...

Dieser (ursprünglich auf salon.com erschienene) Artikel beschäftigt sich mit der unkritischen Berichterstattung und einigen weitern Merkwürdigkeiten, die sich offenbaren, wenn man das Vorgehen des FBI bei der Überführung des "Portland-Bombers" etwas genauer unter die Lupe nimmt.

Da drängen sich mir auch Parallelen zur V-Mann-Diskussion in Deutschland auf, nur dass wir es noch insofern besser haben, als solch eine Diskussion bei uns immerhin überhaupt noch stattfindet. Auch das gehört zu einer funktionierenden Demokratie: Eine kritische Presse. In den USA ist das schon lange Vergangenheit.

USA heute - Wo Rassismus höheren Schutzwert genießt als Pressefreiheit

Eine Interessante Recherche hat die Süddeutsche da gemacht:

"Pressefreiheit ist unbezahlbar, für alles andere gibt es Mastercard."
http://www.sueddeutsche.de/politik/kreditkartenfirmen-lieber-ku-klux-kla...

Es wird also weiter dementiert, dass die Sperrung von Wikileaks auf das Eingreifen der US-Regierung zurückgeht. Unglaubwürdig ist diese Behauptung ja schon lange, aber wenn man mal spaßeshalber davon ausgeht, dass es stimmt:

Assange, seine geistigen Väter und die Methoden der Regierungen

Viele werden es schon mitbekommen haben, Assange hat sich heute der britischen Polizei gestellt. Damit geht die Schmutzkampange gegen ihn in die nächste Runde.

Die Wahrheit selbst hat Krebs...

...oder der unbekannte Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität.

Da haben die Asse-Gegner ja eine schöne Patrone geschenkt bekommen: Jetzt ist dort auch zu allem überfluss die Krebsrate höher als an anderen Orten. Die Regierung dementiert, dass dies mit der Lagerung von Atommüll zusammenhängt, aber wer glaubt bei dem Thema schon der Regierung?

Dabei könnten die Sesselfurzer, die uns diese jämmerliche Entschuldigung einer "sicheren" Müllkippe beschert haben, hier ausnahmsweise sogar einmal Recht haben.

Das kommerzielle Netz gegen Wikileaks

Immer mehr große Netzdienstleister stellen die Zusammenarbeit mit Wikileaks ein.
Nachdem zunächst Amazon die Inhalte der Enthüllungsseite von seinen Servern gelöscht hat und der große DNS-Dienst EveryDNS (siehe unten "Mehr zum Thema") den Eintrag für wikileaks.org gelöscht hat, stoppt nun auch das zu ebay gehörende PayPal die Kooperation mit Wikileaks.

Meinung eines ehemaligen britischen Diplomaten zu Wikileaks

Auch wenn es nicht meine Absicht ist, dieses Blog nur von Wikileaks handeln zu lassen, so erfordert der Informationskrieg, der zur Zeit im Internet ausgefochten wird, meine volle Aufmerksamkeit.

Craig Murray war Diplomat und Botschafter für Großbritannien und hat sich gegenüber dem "Guardian" zum Thema Wikileaks geäußert. Man kann den kompletten Text in dessen Blog nachlesen:

Einen Toast auf Wikileaks:
http://www.craigmurray.org.uk/archives/2010/11/raise_a_glass_t.html

Der Text ist auf Englisch, aber einige Auszüge verdienen es übersetzt zu werden:

 

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